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Aequalis ist das THema des Musikfestivals klassischer Musik in Davos 2021.

«A pocchi, ò a molti» – «Für wenige oder viele»

Barockkonzert [12]

SAMSTAG | 14. AUGUST 2021 | 20.30 Uhr
Kirche St. Johann, Davos Platz

Vor und nach dem Konzert Barbetrieb vor der Kirche, in Zusammenarbeit mit Food 2 You Davos Klosters.

Spotify, Youtube und nur noch selten ab CD. Auf Onlineplattformen hören wir Musik, die ständig und überall verfügbar ist. Für uns eine Selbstverständlichkeit. Vor 350 Jahren konnte man von solchen Zuständen nur träumen und musste sich Kompositionen auf anderen Wegen zu eigen machen. Durch die Tradition der Transkription wurden viele Werke für das Bürgertum zugänglich und durch das eigene Musizieren erfahrbar. Komponisten wie Johannes Brahms und Franz Liszt haben reduzierte Fassungen ihrer Werke angefertigt, um deren Verbreitung zu fördern. Doch bereits der Komponist Georg Muffat hat auf dem Titelblatt seines Werks Armonico Tributo den Zusatz «cioè Sonate di Camera commodissime a pocchi, ò a molti stromenti» vermerkt. Sonaten, die also von vielen, aber auch von wenigen Instrumenten ausgeführt werden können. Auf diese Weise wurden ganz unterschiedliche Fassungen dieser Werke gültig und das Instrumentarium konnte den Möglichkeiten angepasst werden. Ein durch und durch pragmatischer Entscheid. Zusätzlich fanden in dieser Musik auch immer mehr Stilelemente anderer Nationen Einzug in die Werke europäischer Komponisten. Hier eine italienische Verzierung, da eine französische Tanzform. So wurden Grenzen verwischt und der «vermischte Geschmack» hielt Einzug. Muffat selbst sagte dazu: «Die Kriegerische Waffen und ihre Ursachen seyn ferne von mir; Die Noten, die Seiten, die liebliche Music-Thonen geben mir meine Verrichtungen, und da ich die Französische Art der Teutschen und Welschen einmenge, keinen Krieg anstiffte, sondern vielleicht derer Völker erwünschter Zusammenstimmung, dem lieben Frieden etwann vorspiele.»

 

Arcangelo Corelli (1653 – 1713)

Triosonata in F-Dur*, op. 3 Nr. 1 (Rom, 1689)
… 1. Grave
… 2. Allegro
… 3. Vivace
… 4. Allegro

* Nach Sei concerti grossi (…) composti delli sei sonate dell’opera terza di Arcangelo Corelli (London, 1735) von Francesco Geminiani (16871762)

 

Georg Muffat (1653 – 1704)

Sonata Nr. 2 in g-Moll, aus: Armonico Tributo, cioè Sonate da Camera commodissime a pocchi, ò a molti stromenti (Salzburg, 1682)
… 1. Grave
… 2. Allegro
… 3. Grave
… 4. Forte e allegro – Grave
… 5. Aria
… 6. Grave
… 7. Sarabanda, Grave
… 8. Grave
… 9. Borea

 

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)

Aus dem Oratorio Il trionfo del tempo e del disinganno (Rom, 1707)
… Sonata dell’Overtura
… «Urne voi!»
… «Un pensiero nemico di pace»
… «Tu del ciel ministro eletto»

Aus der Oper Rinaldo (London, 1711)
… Ouverture**
… «Lascia ch’io pianga»**
… «Furie terribili»
… «Ah crudel»
… «Vo’ far guerra»**

** Nach Suits of the Most Celebrated Lessons (London, 1717) von William Babell (16901723)

 

El Gran Teatro del Mundo

 

Ende: ca. 21.45 Uhr, ohne Pause