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Alles nur geklaut

Eröffnungskonzert [01]

Samstag | 6. August 2022 | 20.30 Uhr
Kongresszentrum Davos (Eingang Seite Hallenbad)
(→ Karte)

«Das ist alles nur geklaut und gestohlen, nur gezogen und geraubt
Entschuldigung, das hab‘ ich mir erlaubt» (Die Prinzen)

Widmung und Entlehnung, Transkription und Original. In diesem Konzert ist alles echt – und doch spielt jedes Werk auf mehreren Ebenen mit dem Begriff der Urheberschaft. Beethoven hat seine Sonate zuerst dem Geiger George Bridgetower gewidmet. Nach der gemeinsamen Uraufführung geraten die beiden in einen Streit, da Bridgetower eine von Beethoven wertgeschätzte Frau beleidigt hat. Aus Zorn tilgt er die Widmung und vermacht das Werk dem Geiger Rodolphe Kreutzer. In Leo Tolstois Novelle spielt genau diese Sonate eine entscheidende Rolle. Ein pathologisch eifersüchtiger Ehemann mutmasst, gemeinsames Musizieren erfülle bereits den Tatbestand vollzogenen Ehebruchs, und erdolcht schliesslich seine Klavier spielende Frau. Diese Geschichte hat wiederum Leoš Janáček zur Komposition eines Streichquartetts inspiriert. So ist der Name Kreutzer aufgrund eines Streits und ganz unverhofft zu einem der bekanntesten Widmungsträger in der Musikgeschichte geworden.

 

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

Sonate für Klavier und Violine Nr. 9 in A-Dur «Kreutzer-Sonate», op. 47
— 1. Adagio sostenuto – Presto

Anna Agafia Egholm, Violine
Julius Asal, Klavier

 

Michael Jarrell (*1958)

«Entlehnungen» für Marimbaphon

Marianna Bednarska, Marimbaphon

 

Leoš Janáček (1854 – 1928)

Streichquartett Nr. 1 «Kreutzer-Sonate»
— 1. Adagio – Con moto
— 2. Con moto
— 3. Con moto – Vivo – Andante
— 4. Con moto – (Adagio) – Più mosso

Quartetto Eos

 

Johanna Doderer (*1969)

Piano Trio Nr. 2, DWV 52

Trio Incendio

 

Franz Liszt (1811 – 1886)

«Tristia» – Transkription des Komponisten seines Klavierwerks «La vallée d’Obermann»

Trio Incendio

 

Mit Grussworten von Dr. Matthias von Orelli, Präsident der Stiftung DAVOS FESTIVAL, und Philipp Wilhelm, Landammann der Gemeinde Davos, sowie einer Eröffnungsrede der Politik- und Wirtschaftsphilosophin Dr. Katja Gentinetta.

Die promovierte Philosophin lehrt an den Universitäten Luzern und Zürich, ist Verwaltungsrätin, Mitglied des Aufsichtsrats des IKRK und Präsidentin des Stapferhaus in Lenzburg. Katja Gentinetta hat mehrere Bücher zu gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Fragen publiziert, zuletzt als Mitherausgeberin von Eine Aussenpolitik für die Schweiz im 21. Jahrhundert (NZZ Verlag 2021). Im Juni 2022 erscheint ihr Essay Streitfrage Wachstum (Westend-Verlag). Sie publiziert und referiert im In- und Ausland regelmässig zu gesellschafts-, wirtschafts- und geopolitischen Themen.

 

Ende ca. 22.30 Uhr, ohne Pause