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Frau Barock im Museum

Museumskonzert [14]

Sonntag | 14. August 2022 | 11 Uhr
Kirchner Museum Davos
(→ Karte)

Rebecca Saunders, Clara Schumann und Sofia Gubaidulina haben sich mittlerweile ihren Platz im Kanon der Konzertmusik gesichert. Aber mittelalterliche und barocke Musik von Frauen? Gibt es die überhaupt? Und ob! Hildegard von Bingen ist wohl der bekannteste Name unter ihnen. Als Universalgelehrte kannte sie sich nicht nur in Kräuterkunde, Medizin und Ernährung aus, sondern war auch eine hervorragende Komponistin. Sie stellte sich mutig und selbstbewusst gegen Missgunst und Neid anderer Äbtissinnen. Ihre einstimmigen Kompositionen stehen ganz in der Tradition des gregorianischen Chorals und klingen in Räumen mit starkem Nachhall besonders gut. Élisabeth Jacquet de la Guerres Werk Céphale et Procris wurde als erste Oper einer französischen Komponistin an der Opéra Paris aufgeführt. Sie gehört zu den wenigen komponierenden Frauen der Barockzeit, die zu Lebzeiten ein hohes Ansehen und grosse Bekanntheit erlangten. Und zum Schluss Couperin? Seine Musette hat er einem Crossdresser gewidmet. Einen Crossdresser würde man im 21. Jahrhundert als Transfrau bezeichnen. Ein Zeichen, dass die Fluidität der Geschlechter bereits vor mehreren hundert Jahren eine Rolle spielte.

 

Élisabeth Jacquet de La Guerre (1665 – 1729)

Sonate für Violine Nr. 1

Noxwode Ensemble

 

Hildegard von Bingen (1098 – 1179)

Spiritus sanctus vivificans

Hélène Walter, Sopran

 

Isabella Leonarda (1620 – 1704)

Sonata duodecima

Noxwode Ensemble

 

Isabella Leonarda (1620 – 1704)

Sonata decima für 2 Violinen

Noxwode Ensemble

 

Rebecca Saunders (*1967)

«O» (2017)

Hélène Walter, Sopran

 

François Couperin (1668 – 1733)

Musette

Noxwode Ensemble

 

Ende ca. 12 Uhr, ohne Pause