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Januskopf

Konzert [05]

Dienstag | 9. August 2022 | 20.30 Uhr
Kongresszentrum Davos (Eingang Seite Hallenbad)
(→ Karte)

Wann ist es wirklich aus?
Was ist das wahre Ende?
Alle Grenzen sind
wie mit einem Stück Holz
oder einem Schuhabsatz
in die Erde gezogen.
Bis dahin…,
hier ist die Grenze.
Alles das ist künstlich.
Morgen spielen wir
ein anderes Spiel.
— Francisco Tanzer, Garten von Freuden und Traurigkeiten

Der römische Gott Janus wurde mit zwei Gesichtern geboren. Er konnte zugleich nach vorne und nach hinten sehen und wurde dadurch zum Gott des Anfangs und des Endes, der Türen und Tore. Janus symbolisiert die Dualität in den Gesetzen und die Erkenntnis, dass alles Göttliche immer einen Gegenspieler in sich birgt. Heute steht ein Januskopf für eine zwiegespaltene Persönlichkeit. Aleksandr Mosolow wurde nach acht Monaten harter Zwangsarbeit für fünf Jahre aus Moskau (seiner Geburtsstadt), Leningrad und Kiew verbannt und musste sich in der Provinz ein neues Leben aufbauen. Seine Musik galt als nicht regimekonform. Musik ist politisch und befriedigt nicht nur rein ästhetische Bedürfnisse. Edison Denisows Musik wurde als zu westlich und avantgardistisch bezeichnet und landete auf einer schwarzen Liste, die mit zahlreichen Sanktionen belegt war. Bohuslav Martinů war zeitlebens rastlos. Für ihn waren geographische Grenzen kein Hindernis. Nach einigen Jahren in Tschechien, Paris und der Schweiz musste er 1941 beim drohenden Einmarsch der deutschen Truppen in die USA flüchten. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er bei Paul Sacher in Basel. Die Musik von Johann Sebastian Bach ist für Sofia Gubaidulina eine immerwährende Inspirationsquelle. Ihre Werke entführen in eine Klangwelt, in der sich das Vorwärts und das Rückwärts begegnen und alle Grenzen verschleiert werden.

 

Aleksandr Mosolow (1900 – 1937)

Sonate für Klavier Nr. 2 «From Old Notebooks», op. 4
— 1. Sonata

Julian Trevelyan, Klavier

 

Bohuslav Martinů (1890 – 1959)

Klaviertrio in C-Dur, H. 332
— 1. Allegro moderato
— 2. Andante
— 3. Allegro

Trio Incendio

 

Johann Sebastian Bach (1685 – 1705)

Suite Nr. 5 in c-Moll, BWV 1001

Sào Soulez Larivière, Viola & Arrangement

 

Sofia Gubaidulina (*1931)

«Garten von Freuden und Traurigkeiten» für Viola, Flöte, Harfe und Sprecher

Sào Soulez Larivière, Viola
Kaisa Kortelainen, Flöte
Marika Cecilia Riedl, Harfe
Max Mühlhoff, Sprecher

 

Edison Denisow (1929 – 1996)

Sonate für Klarinette solo

Andrzej Ciepliński, Klarinette

 

Philippe Hersant (*1948)

Nocturne Nr. 1 für Viola, Flöte und Harfe

Sào Soulez Larivière, Viola
Kaisa Kortelainen, Flöte
Marika Cecilia Riedl, Harfe

 

Ende ca. 22 Uhr, ohne Pause

Das Konzert wird von SRF 2 Kultur aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt übertragen.