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Lies and Morals

Barockkonzert [07]

Mittwoch | 10. August 2022 | 20.30 Uhr
Kirche St. Johann
(→ Karte)

Immanuel Kant vertrat die Auffassung, dass der Mensch kein Recht zu lügen habe. Selbst dann nicht, wenn Leib und Leben bedroht sind. Doch ist ein solch absolutes Lügenverbot realistisch? Aus unserem Blickwinkel wohl kaum. In seinem Aufsatz Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen setzt er sich mit dem scheinbaren Rechtsanspruch auf das Lügen auseinander. Pragmatiker wie Aristoteles, Machiavelli oder Nietzsche dagegen sehen das Lügen entspannter. In der alten Musik steht die Suche nach dem richtigen Bogen, dem wahren Tempo und der historischen Phrasierung im Mittelpunkt. Aber ist es überhaupt möglich und sinnvoll, einem historisch «richtigen» Klang nachzueifern? In diesem Konzert erkundet das britische Barockensemble Noxwode die Grenzen zwischen Moral, Lüge, Fantasie und Wahrheit. Ein musikalisches Feuerwerk aus Kompositionen des 17. und 18. Jahrhunderts, bei denen sogar die Autorschaft unsicher ist.

 

Giuseppe Valentini (1681 – 1753)
Sonata a 5 in g-Moll

Antonio Bertali (1605 – 1669)
Sonata a 5 in F-Dur

Giuseppe Valentini (1681 – 1753)
Sonata a 4 in g-Moll

Marco Uccellini (1610 – 1680)
«The Liar»

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 – 1704)
Balletti lamentabili a 4

Anonym
Sonata für 2 Violinen

James Batty (*1987)
«Vivaci sensi»

Carlo Farina (ca. 1600 – 1639)
Capriccio stravagante

 

Noxwode Ensemble:

Conor Gricmanis, Violine
Claire Rhiannon Edwards, Violine
Thomas Kettle, Viola
Miriam Nohl, Violoncello & Gambe
Josie Jobbins, Violone
Jonatan Bougt, Theorbe
Eva Dolinšek, Cembalo

 

Ende ca. 22 Uhr, ohne Pause

Barbetrieb im Vorfeld des Konzerts