Céline Fankhauser

CHE | Komponistin

Mitwirkung

Annemarie
2. August 2026, 17–18.10 Uhr, Kongresszentrum Davos

Céline Fankhauser (*1998) ist Komponistin, Orchestratorin und Pianistin, mit Schwerpunkt auf Musik für Film und Tanz sowie auf Konzertmusik für unterschiedlichste Ensembles. Sie lebt und arbeitet in Bern.

Ein zentrales Element ihrer künstlerischen Arbeit ist das Komponieren für Bewegung. Sei es zu bewegten Bildern oder zu Tanz. Als aktive Geräteturnerin verfügt sie über ein ausgeprägtes Verständnis für körperliche Ausdrucksformen, welches ihre kompositorische Arbeit wesentlich prägt. Besonders in ihren grossen Tanzproduktionen die Schneekönigin und Himinglæva, sowie im Kurzfilm Alba, der es bis ins Halbfinal der Student Academy Awards schaffte, kam diese Qualität deutlich zur Geltung.

Ihre Musik ist häufig präzise synchronisiert, detailliert durchkomponiert und eng an visuelle oder choreografische Abläufe gekoppelt. Dies zeigte sich unter anderem im Stummfilmkonzert Ciné Concert Alice Guy, das 2025 in der Cinémathèque française in Paris uraufgeführt wurde.

Neben klassischer Instrumentalmusik arbeitet Céline Fankhauser zunehmend klangkünstlerisch. Sie integriert häufig gesampelte Klänge und eigene Aufnahmen in ihre Kompositionen und verbindet diese mit live gespielten Instrumenten. Diese Arbeitsweise entwickelte sie insbesondere im Kontext der Filmmusik, etwa im SRF Dok Zwei Sommer in der Badi, sowie der Videoinstallation Inflow Outflow von Roman Hill.

Zurzeit arbeitet Céline an der Kammeroper Annemarie, deren Libretto von der jungen Autorin Sarah Calörtscher geschrieben wird. Die Oper widmet sich der Schweizer Schriftstellerin, Journalistin und Fotografin Annemarie Schwarzenbach. Darüber hinaus komponiert sie für das zeitgenössische Tanz- und Zirkusprojekt Earth Show mit der erfolgreichen Berner Tanzgruppe Compagnie EllementArts.

Ausbildung und Meisterkurse

Céline Fankhauser absolvierte 2025 den Master of Arts in Music mit Schwerpunkt Komposition für Film, Theater und Medien an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). In ihrer Masterarbeit mit dem Titel Deskriptive Filmmusik in Animationsfilmen setzte sie sich vertieft mit Bild-Musik-Beziehungen, Synchronisation und narrativer Klanggestaltung auseinander. Zuvor schloss sie 2021 den Bachelor of Arts in Music in derselben Vertiefung an der ZHdK ab. Ihre Ausbildung umfasste unter anderem Filmmusik (bei Niki Reiser und Olav Lervik), Musik für Theater und Tanz (Kaspar Ewald, Till Löffler), Orchestration (Kurt Widorski), Musiktheorie (Johannes Schild), klassisches Klavier (Susann Gerassimov, Tamriko Kordzaia) sowie Jazzkomposition, Songwriting und Sound Engineering. Diese breite Ausbildung bildet die Grundlage für ihre interdisziplinäre Arbeitsweise zwischen komponierter Musik, Klangkunst und performativen Formaten. Seit 2021 arbeitet sie als selbstständige Komponistin und Pianistin.

Ergänzend zu ihrem Studium nahm Céline Fankhauser an zahlreichen Meisterkursen und internationalen Workshops teil. Dazu zählen Masterclasses im Bereich Filmmusik mit Cliff Martinez und Don Davis, Orchestration mit Norman Ludwin, Tanzmusik mit Steffen Schmidt, Patricia Rotondaro und Felipe Portugal, Game Scoring, TV Scoring sowie Music Business. Zudem nahm sie am Kompositionsworkshop Regards Croisés in Marseille teil.

2024/25 war sie die Komponistin in Residenz von Les Inoubliables in Paris, einer Organisation, die sich für die Sichtbarmachung weiblicher Komponistinnen einsetzt.

Adrien Thibault