Das Davos Festival 2026 steht unter dem Motto Mut und verspricht zahlreiche überraschende Momente – in Kammermusik-, Solo- und Orchesterkonzerten. Gespielt wird in Konzertsälen, Kirchen, der grossen Rathausstube, Ställen und unter freiem Himmel: Ganz Davos wird klingen und rund 80 junge Musiker*innen aus aller Welt beherbergen.
Im Folgenden stellen wir Ihnen vier Programmhighlights vor, auf die wir uns besonders freuen.
Das vollständige Festivalprogramm erscheint mit dem Vorverkaufsstart im März 2026 – auf unserer Website und im Frühlingsmagazin.
Auf den Spuren der Walser
Vor rund 700 Jahren verliessen Walliser Familien ihre Heimat. Sie wanderten über die Alpen. Viele liessen sich im heutigen Graubünden nieder und wurden zu Walsern. An die Einwanderungszeit erinnern die auf Stelzen oder Holzbeinen errichteten Holzspeicher, die Vorräte vor Feuchtigkeit und Mäusen schützten. Schöne und uralte «Spiicher» stehen in Davos Monstein, Wiesen und in Klosters Monbiel und im Schlappin. Diese werden im August 2026 von uns als Konzertort bespielt. Bei kleinen Spazierkonzerten erfährt man Interessantes über die Hintergründe der Bauten und die Geschichte der Walser. Dazu erklingt passende Musik und verbindet somit Landschaft und Kultur.
Emilia
Das Barockensemble Mozaïque präsentiert mit seiner Taschenoper «Emilia» eine reizvolle Verbindung aus Musik von Georg Friedrich Händel und Lyrik bedeutender Schriftsteller*innen und erzählt so die bewegende Geschichte Emilias aus einer neuen zeitgemässen Perspektive.
Als Georg Friedrich Händel an der Komposition von «Flavio, re de’ Longobardi» arbeitete, trug die autographe Partitur ursprünglich nicht den Namen des Langobardenkönigs Flavio, sondern jenen von Emilia – der weiblichen Hauptfigur der Oper. Erst um einer möglichen Verwechslung mit Giovanni Bononcinis Oper «Erminia» vorzubeugen, änderte Händel den Titel kurz vor der Uraufführung. Das Ensemble Mozaïque knüpft mit seiner Opernadaption an diese ursprüngliche Intention des Komponisten an und rückt Emilias Geschichte in den Mittelpunkt: Die junge Frau verliert ihren Vater durch die Hand ihres eigenen Verlobten – ein tragisches Schicksal, das von Händels Musik mit dramatischen Geigenläufen und virtuosen Koloraturen vertont wird. Ergänzt wird das musikalische Geschehen durch rezitierte Texte von Schriftstellerinnen wie Antonia Pozzi, Else Lasker-Schüler, Ricarda Huch und Luisa Famos, die Emilias Innenwelt zusätzliche Tiefe verleihen.
Annemarie
Die Berner Komponistin Céline Fankhauser und die Bündner Autorin Sarah Carlötscher machen gemeinsame Sache und schreiben ein abendfüllendes Musiktheater. Hierfür spannen sie das Silser zeit:fluss Festival und das Davos Festival zusammen. Die geplante Kammeroper «Annemarie» widmet sich der Schweizer Schriftstellerin, Journalistin und Fotografin Annemarie Schwarzenbach (1908–1942). Schwarzenbach gilt als eine der faszinierendsten Figuren der Schweizer Kulturgeschichte: Schriftstellerin, Reiseschriftstellerin, politische Beobachterin, Fotografin und zugleich eine Person, die zwischen Geschlechterrollen, kulturellen Räumen und gesellschaftlichen Normen stand. Ihr Leben war geprägt von innerer Zerrissenheit, künstlerischer Produktivität, politischem Engagement und Reisen in alle Himmelsrichtungen.
Davos Festival Camerata
Bereits während des Studiums stellen sich viele Studierende die Frage, wohin die Reise gehen soll: ins Orchester, idealerweise als Solist*in auf die grosse Bühne? Oder doch lieber unterrichten und daneben in einer Kammermusikformation spielen? Die Wege sind so vielfältig wie die Biografien jeder/jedes Einzelnen. In Davos haben sie die Möglichkeit, sich mit unseren Young Artists auszutauschen und Festivalatmosphäre zu erleben. Die Davos Festival Camerata ist ein Streichorchester aus 20 Musikstudierenden europäischer Hochschulen und bildet das Herzstück des Festivals. In den vergangenen Jahren haben sich jeweils rund 300 Bewerber*innen um einen Platz beworben – keine leichte Wahl für uns.
Im kommenden Jahr steht die Camerata unter der Leitung des 27-jährigen Paul-Boris Kertsman. Derzeit ist er Dirigent und Studienleiter am Luzerner Theater. Als Gewinner des Aspen Prize kehrte er 2025 als Assistenzdirigent zum Aspen Music Festival zurück, wo er u. a. mit Solisten wie Gil Shaham und Pekka Kuusisto auftrat.