© Akvilė Šileikaitė

Abenteuerlust

Konzert [11]
Samstag, 8. August 2026, 20–21 Uhr
Dauer: 60 Minuten
Kongresszentrum Davos

Die Strecke sei länger als die von Prag nach London, verkündete Antonín Dvořák von zuhause aus, als er sich im Juni 1893 in den Zug von New York nach Iowa setzte. Er gönnte sich Sommerferien – nach dem Abschluss der ersten Arbeiten an seiner Sinfonie Aus der Neuen Welt – und hatte sich dafür die tschechische Enklave Spillville in Iowa ausgesucht. Für die rund 1300 Meilen von der Metropole am Atlantik bis in das kleine Städtchen im Mittleren Westen brauchte der Zug 36 Stunden. Dvořák genoss den Rausch der Geschwindigkeit – und stiess gleichzeitig an die Grenzen amerikanischer Toleranz, die beim Bier endete.

Als er mitten in Pennsylvania zu dem würzigen tschechischen Lunchpaket seiner Ehefrau ein Bier trinken wollte, erfuhr er, dass der Ausschank in diesem Bundesstaat verboten war. Dasselbe galt für Iowa, doch in Spillville wurde Bier unter der Hand ausgeschenkt. Dvořák zweifelte am Sinn amerikanischer Gesetze: «Diese Amerikaner sind seltsame Menschen, man würde es gar nicht glauben – sie wollen Bier trinken, obwohl sie selbst das Gesetz dagegen erlassen haben.» Erst in der Einöde von Iowa und im vertrauten heimatlichen Milieu der dort lebenden Tschechen reifte die Frucht dieser amerikanischen Erfahrungen zu einem Meisterwerk der Kammermusik: dem Amerikanischen Quartett in F-Dur.

Zum Abschluss des Abends erklingt ein mitreissendes Werk für Violine, Streichquartett und Klavier. Bei der Planung dieses Programms sagte mir das Novo Quartet: «Jeder Pianist, der sich an das Concerto von Chausson wagt, ist mutig.» Sergey Tanin stellt sich dieser Aufgabe, denn auch seine Abenteuerlust scheint ungebrochen.

Antonín Dvořák (1841–1904)
Streichquartett Nr. 12 in F-Dur, op. 96, «Amerikanisches Quartett» (1893)
Arrangiert von D. Walter
Allegro ma non troppo
Lento
Molto vivace
Finale: Vivace ma non troppo

Lili Boulanger (1893–1918)
Nocturne et cortège (1911)

Sergej Prokofiev (1891–1953)
Five pieces from Cinderella (1945)
I. Waltz
III. Passepied  

Ernest Chausson (1855-1899)
Concerto in D-Dur für Violine, Klavier und Streichquartett, op. 21             
IV. Finale

Preise

Eintritt regulär: CHF 55
Eintritt ermässigt Mitglied: CHF 50
Eintritt ermässigt Mitglied (bis 30. Juni): CHF 45
Eintritt ermässigt Gästekarte: CHF 50
Menschen mit Beeinträchtigung: CHF 50
Eintritt ermässigt AHV: CHF 50
Eintritt ermässigt Studierende und Lernende (bis 30 Jahre): CHF 20
Eintritt Kind (bis 12 Jahre): CHF 15

Vorverkauf

Ab 1. April 2026