Konzert [07]
Mittwoch, 5. August 2026, 20–21.10 Uhr
Dauer: 70 Minuten
Kirche St. Johann
Als sich Georg Friedrich Händel der Vertonung der Librettoadaption Nichola Francesco Hayms zu Flavio, re de’ Longobardi widmet, trägt der ursprüngliche Titel der autographen Partitur nicht den Namen des Longobardenkönigs Flavio, sondern den Emilias, der weiblichen Hauptfigur der Oper. Lediglich um einer möglichen Verwechslungsgefahr mit Giovanni Bononcinis Oper Erminia vorzubeugen, ändert Händel den Titel noch vor der Uraufführung.
Das Ensemble Mozaïque setzt an der ursprünglichen Intention des Komponisten an und legt den Fokus in seiner Opernadaption auf die dramatischen Handlungen um Emilia, deren Verlobter zum Mörder ihres eigenen Vaters wird. Dabei erzählt Maria Ladurner in der Rolle der Emilia, ihre eigene Geschichte und führt aus der Perspektive Emilias durch die Geschehnisse der Oper.
Durch das Rezitieren von Lyrik aus dem Schaffen weiblicher Schriftstellerinnen, wie Antonio Pozzi, Elke Lasker-Schüler, Ricarda Huch & Luisa Famos, gibt sie nicht nur der tragischen Hauptfigur eine Stimme und den Raum die innere Zerrissenheit zum Ausdruck zu bringen, sondern vielmehr allen Frauen im Spannungsfeld der Geschlechter.
Ihr zur Seite steht Alexandre Baldo, der die Rollen der zwei nahestehenden Charaktere um Emilia verkörpert - Lotario, ihren Vater und Guido, ihren Verlobten. In kurzen szenischen Momenten wird die Entwicklung der Beziehungen zwischen diesen drei Figuren dargestellt.
Das musikalische Material liefern, neben Szenen aus der originalen Oper, Werke aus dem Schaffen Händels und seiner Zeitgenossen Nicola Porpora und Antonio Caldara.
Wie ein Epilog fungiert ein zeitgenössisches Werk des italienischen Komponisten Simone Fontanellis, das in der Auseinandersetzung mit dem Sujet der Oper angefertigt und dem Ensemble selbst gewidmet ist. Aus einer modernen, emanzipierten Perspektive wird das Schicksal der zerrissenen Emilia im Spannungsfeld zwischen Vater und Verlobtem beleuchtet und Anhand von Briefen Antonia Pozzis kommentiert. Damit schlägt der Epilog eine zeitgemässe Brücke in die Moderne.
Eintritt regulär: CHF 55
Eintritt ermässigt Mitglied: CHF 50
Eintritt ermässigt Mitglied (bis 30. Juni): CHF 45
Eintritt ermässigt Gästekarte: CHF 50
Menschen mit Beeinträchtigung: CHF 50
Eintritt ermässigt AHV: CHF 50
Eintritt ermässigt Studierende und Lernende (bis 30 Jahre): CHF 20
Eintritt Kind (bis 12 Jahre): CHF 15
Ab 1. April 2026