Die Einleitung meines Klaviertrios fängt harmlos an. Fast zu harmlos ... Gegen Ende entpuppt sich diese Harmlosigkeit als der nackte Wahnsinn. Ein musikalisches Wortgefecht der einzelnen Stimmen. Ein rasender Schlagabtausch.
Johanna Doderer
Der Wahnsinn scheint derzeit in vielen Gassen zu lauern. Soll man darüber den Kopf hängen lassen oder sich gar fatalistisch dem Schicksal ergeben? Und doch verbirgt sich neben all dem Irrsinn immer wieder überraschend Schönes – selbst in den dunkelsten Ecken, ohne sie zu verklären. Dank Freundschaften, Musik und Kunst lässt sich stets neuer Mut schöpfen, und dann darf sich der Blick wieder behutsam nach oben richten.
Die späten Streichquartette von Joseph Haydn (1732–1809) entstanden in einer Zeit des sozialen Niedergangs in Österreich. Das Quartett in F-Dur ist ein Werk von beeindruckender Reife, gleichzeitig aber geprägt von ungebrochener Experimentierlust und spielerischer Leichtigkeit.
Johanna Doderer schrieb ihr 2. Klaviertrio im Haydnjahr 2009 als persönliche Auseinandersetzung mit dem Komponisten. Auch hier tauchen Haydns Witz und Leichtigkeit auf – aber ebenso die Abgründe, die seine Musik immer wieder durchziehen.
Georg Druschetzky (1745–1819)
Oboenquartett Nr. 4 in g-Moll
Adagio
Andante
Allegro
Joseph Haydn (1732–1809)
Streichquartett in F-Dur, op. 77, 2 (1799)
Allegro moderato
Menuet. Presto
Andante
Finale. Vivace assai
Johanna Doderer (*1969)
Piano Trio Nr. 2 (2009)
Moderato
Allegro
Adagio