Manchmal braucht es Fantasie, um sich aus schwierigen Situationen herauszuträumen – nicht als Weltflucht, sondern als Kraftquelle, um gestärkt in die Realität zurückzukehren. Mitunter ist das Träumen auch ein stiller Akt des Widerstands: die Weigerung, sich das Schöne im Alltag nehmen zu lassen. Ein Träumen zum Trotz.
Dmitri Schostakowitsch verarbeitet in seinem 2. Klaviertrio den Tod eines engen Freundes. Das Werk eröffnet mit einem Trauermarsch, es klagt an, es erschüttert – und spendet doch immer wieder Trost. Die Komposition zählt zu den eindringlichsten Kammermusikwerken des 20. Jahrhunderts und bannt vom ersten, geisterhaft hohen Ton des Violoncellos an.
Es ist Musik, die man nicht beiläufig hört – sondern nach dem Konzert immer wieder neu entdecken möchte, um weitere Schichten und verborgene Details freizulegen.
Robert Schumann (1810–1856)
Violinsonate Nr. 2 in d-Moll, op. 121 (1851)
I. Ziemlich langsam, lebhaft
II. Sehr lebhaft
Robert Schumann (1810–1856)
Fantasiestücke op. 12 (1837)
I. Des Abends
II. Aufschwung
III. Grillen
V. In der Nacht
Dmitry Shostakovich (1906–1975)
Klaviertrio in e-Moll, op. 67 (1944)
Andante – Moderato
Allegro con brio
Largo
Allegretto